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Aktuell

Offener Brief an Herr Carl Sonnthal

19. März 2018

Lieber Herr Sonnthal

Hoppla, vielleicht ist das doch etwas zu persönlich…also:

Geschätzter Herr Sonnthal

Vorab möchte ich festhalten, dass ich ein regelmässiger und insbesondere aufmerksamer Leser Ihrer Website www.wildbeimwild.com bin. Meine wiederkehrenden Besuche auf Ihre journalistischen oder gar schon literarischen Meisterwerke fundieren auf den fast täglich neu erscheinenden Beiträgen. Ihre Schaffenskraft erstaunt mich ganz ehrlich doch sehr, da Sie ja bekanntlich IV-Rentner sind und sich somit allenfalls nicht oder zumindest nur mit reduzierter Leistung in den regulären Arbeitsprozess einbringen könnten. So ganz nebenbei, Sie haben meine volle Anteilnahme für Ihr - mir unbekanntes - Leiden, das es Ihnen offenbar nicht einmal erlaubt, sich einer wirtschaftlich orientierten, redaktionellen oder gar kaufmännischen Tätigkeit zuzuwenden. Mit einem Augenzwinkern bin ich sogar überzeugt, dass sich auch kein IV-Detektiv nach Indemini verirrt, um Ihre veritable Schaffenskraft zu überprüfen. Das ist auch absolut richtig so, wären Sie nämlich in einen regulären Arbeitsprozess eingebunden, so müsste Ihre geneigte Leserschaft schlimmstenfalls auf Ihre wertvollen Beiträge verzichten, was zweifelsohne ein Verlust für die Internetgemeinde, aber insbesondere für mich wären.

Übrigens, ich bin nebenbei Mitglied einer Kantonalen Jägerprüfungskommission und motiviere sogar meine Jagdlehrgängerinnen und Jagdlehrgänger, Ihre Seite zu besuchen, damit sie mit den Argumenten – von tendenziell doch eher jagdkritischen Persönlichkeiten – vertraut werden. So ganz im Vertrauen muss ich Ihnen einfach mitteilen, dass ich mir schon oft überlegt habe, ob ich Ihnen eine Spende zukommen lassen sollte, um Ihr wertvolles Wirken zu finanzieren. Auf der anderen Seite habe ich dann aber festgestellt, dass dies bereits durch regelmässige Bannerwerbung von wirtschaftlich orientierten Unternehmungen auf Ihrer Website passiert; die etwa für dimmbares Rotlicht für LED-Lampen für die Schwarzwildjagd oder Bachelor-Infotage oder Schlankheitsratgeber werben. Am vergangenen Freitagabend musste ich sogar herzlich lachen, als ein Banner von www.fischen.ch erschien. Das war lustig, ich habe mir sogar einen PrintScreen davon gemacht. Sie sind mir ja ein ganz schlimmer, wettern gegen die Jagd und machen Werbung für Fischer. Noch viel mehr habe ich gelacht, als kurz danach ein Advertisement für «Erfolgreich zum Jagdschein - Jagdschule Welte» erschien. Das macht Sie mir nun wirklich noch sympathischer - auch wenn es sich dabei um einen Anbieter aus Deutschland handelt. Was sagt wohl Ihre Fangemeinde dazu? Naja, man muss ja nicht immer alles so eng sehen.

ABER, habe ich mich gefragt: wieso macht denn der Herr Carl Sonnthal auf der Website www.wildbeimwild.com eigentlich nicht Werbung für Schweizer Jagdschulen? Da meine Verweilzeit auf Ihrer ausdrucksstarken Website doch jeweils länger ist, habe ich eine Antwort auf meine Frage gefunden; nämlich bei der Petition: «Hobby-Jäger in den Schulen? Nein Danke!» Da unterzeichnen doch 2'137 Petitionärinnen und Petitionäre, und davon ausgesprochen viele aus dem benachbarten Deutschland. Bravo Herr Sonnthal, Ihr Erfolg belohnt Sie mit Internationalität – jetzt habe auch ich es begriffen. Die Liste liest sich übrigens schon fast wie ein «Who is Who». Da findet man z.B. berühmte Persönlichkeiten wie Mickey B. aus Albuquerque (das ist ja sogar in New Mexico) oder Sylvia und Hans B. aus Neuberg (Hessen) oder selbst die Inge B. aus Tyrol hat unterzeichnet. Der guten Ordnung halber muss ich nun auch noch erwähnen, dass ganz profan, als 2090ter unterzeichnender, der Fredi S. aus Turgi unterzeichnet hat – also doch nicht nur internationale Kundschaft, die eine Petition für Schweizer Schulzimmer unterschreibt. Aber Deutsche sind es doch recht viele, so wie es halt auch Teil Ihrer Herkunft ist - gell?

Und nun zum eigentlichen Motivationsgrund, wieso ich mich veranlasst fühle, Ihnen nun einmal persönlich zu schreiben: «Vielen herzlichen Dank, dass Sie mir endlich Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit widmen!». Zugegeben, ich war etwas irritiert, vielleicht sogar etwas verletzt, dass Sie in Ihrem Artikel bezüglich «Getroffene Hunde bellen…….» (man muss zwischenzeitlich schon etwas graben, um den Artikel zu finden, da der Richter des Strafgerichtes Bellinzona Ihnen ja verboten hat, Ihre Worte so übel zu formulieren) wohl den Vorstand von JagdSchweiz, nicht aber mich erwähnt haben. Dies, obwohl Sie ja Ihre Feldzüge immer umfassend und mit ganz persönlicher Ansprache verfassen. Nun haben Sie auch mich erfasst und das erfüllt mich mit Freude – gar Stolz. Ich bin jetzt also quasi auf Ihrem Radar – wie wir Seeleute uns ausdrücken. Haben Sie gemerkt, ich habe einen Witz gemacht, ungefähr so wie Sie mit den militanten Gewässerschützern – das hat mir auch wieder ein herzhaftes Lachen in mein Gesicht gezaubert, sogar noch etwas herzlicher als das auf dem nautischen Bild (Xing), das Sie von mir gepostet haben.

Nur ganz kurz zum Text selber, den Sie unter: «Weiterbildung für Hobby-Jäger: Pseudo-Jäger, was ist das?» publiziert und den Sie zu unserem kleinen Rendez-vous im «Blick» vom 10. März 2018 verfasst haben: Hey der Blitz!, da haben Sie aber wieder ganz schön in die Trickkiste der blumig-bösen Worte gegriffen. Insbesondere bin ich es mir von Ihnen gar nicht so gewohnt, dass Sie in einem Bericht derart viele Rechtschreibefehler machen. Das musste ja wohl sicher wieder einmal etwas fix gehen, damit die geneigte Leserschaft nix verpasst – nicht so schlimm, das lässt sich ja ganz schnell korrigieren. Wenn Sie übrigens wünschen, so dürften Sie auch gerne ein Bild von mir in der Jägertracht publizieren. Sie finden es auf https://www.jagd.ch/jagdschweiz/kontakt/.

So, geschätzter Herr Sonnthal, ich freue mich immer wieder von Ihnen zu lesen – vielleicht schon morgen. Gerne schliesse ich mein Schreiben mit nochmaligem Dank für Ihre grosszügige Aufmerksamkeit, insbesondere den gigantischen Zeitaufwand und die verwendeten Gelder Ihrer Interessen-Gemeinschaft «Wild beim Wild» – Gerne versichere ich Ihnen, dass Sie eine aufrichtige Fangemeinde innerhalb der Jägerschaft haben.

Leider muss ich nun Schluss machen, da ich mich nun auf meinen Hochsitz begebe – sofern dieser nicht von militanten Jagdgegner umgesägt wurde.

Mit herzlichem Weidmannsgruss

Ihr David Clavadetscher

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